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Meine Gedannkenwelt 1975-1995 Teil 2

1975

Liebeserklärung

Illusion, du wunderbares Instrument.
Du hilfst mir, zu leben und irgendwann auch zu überleben.
Du gibst mir, wozu nichts und niemand in der Lage ist -
Mut und Ausdauer.
Du wiegst mich in deinen Armen,
und es ist schön,  mit dir zu leben.
Verlasse mich nicht.
Denn ohne dich wird alles grau und hoffnungslos.
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Veröffentlicht in ADHS, Blog

Mein Leben mit ADHS – eine „Erfolgsstory“

Die positive Sicht auf das Leben muss man sich manchmal hart erkämpfen und vor Augen führen, was denn nun eigentlich gut gelaufen ist. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, mein Leben in ein positives Licht zu stellen – und wenn ich schreibe Mühe gemacht, dann meine ich das wortwörtlich. Hier meine persönliche “Erfolgsstory” ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ich war ein kleiner Sonnenschein.  
Alle Kinder wollten gerne mit mir spielen. 
Ich hatte immer tolle Ideen, was man denn spielen könnte. 
Ich konnte auch mit wenig Spielsachen lange und ausgiebig spielen, auch alleine. 
Ich habe viel geplappert und konnte lange Monologe halten. 
Ich war immer in Bewegung. 
Kleine Blessuren trug ich mit Würde. 
Ich weinte viel, lachte noch mehr. 
Ich hatte gute Manieren, die Erwachsenen mochten mich sehr. 
Ich hatte viele Ängste, aber ich konnte sie gut überspielen. 
Ich war oft traurig, habe aber alle zum Lachen gebracht. 
In der Grundschule war ich eine gute Schülerin. 
Ich sollte auf das Gymnasium, weil ich so ein aufgewecktes Mädel war. 
Ich war gut in der Schule und ging gerne hin - wenn mich etwas interessierte.
Die Lehrer mochten mich nicht alle. Ich war manches Mal vorlaut und unbequem, das finde ich gut. 
Ich bin zwar zweimal sitzen geblieben, aber habe es doch bis zur 10. Klasse geschafft. 
Ich bin eine klassische Schulabbrecherin und habe mir trotzdem das Thema Bildung auf die Agenda gesetzt.
Ich habe mich immer um Mama gekümmert, auch wenn sie ungerecht zu mir war. 
Schon als kleines Mädchen wusste ich, wann sie Ruhe brauchte und richtete mich danach. 
Ich bemühte mich immer, ihr zu gefallen. 
Ich habe meine Mama vor meinem Papa geschützt. 
Ich habe mich für Mama von Papa getrennt. 
Trotzdem ich viel Hausarrest hatte, viel es mir leicht Kontakte zu knüpfen. 
Ich wollte mit 19 vom Hochhaus springen - ich habe es nicht getan, weil am Horizont die Sonne aufging. 
Obwohl ich viel getrunken und geraucht habe, bin ich nie abgerutscht. 
Auch als ich mir die Zigaretten auf dem Arm ausgedrückt habe, war ich mir immer noch meiner selbst bewusst. 
Die Narben erinnern mich bis heute daran, nicht aufzugeben. 
Ich habe immer meine Selbstachtung behalten. 
Ich fand immer einen Grund, weiterzuleben. 
Mein Optimismus war stärker als die Angst und die Dunkelheit. 
Ich habe jeden Job bekommen, den ich wollte und den ich mir zugetraut habe. 
Ich habe später als andere eine Ausbildung gemacht und gut abgeschlossen. 
Ich konnte mich immer von Dingen und Menschen lösen, wenn sie mir nicht gut getan haben. 
Ich konnte meinen Wohnort jederzeit verlassen ohne darüber traurig zu sein. 
Ich habe ein Kind zur Welt gebracht und bin stolz darauf. 
Ich habe ein Haus gekauft. 
Ich habe einen Baum gepflanzt. 
Ich habe meine eigene Firma gegründet. 
Auch nachdem ich Haus und Firma verloren hatte, war ich immer noch optimistisch und habe ein neues Leben angefangen. 
Ich kann Malen und Zeichnen, Schreiben. 
Ich helfe anderen Menschen und setze mich für sie ein. 
Die Menschen mögen mich und verzeihen mir vieles. 
Ich bin mit mir selbst nachsichtiger geworden.
Ich habe alles gegeben, was ich konnte. 
Und viel dafür bekommen. 
Krankheit und Kummer konnten mich nicht brechen. 
Ich bin (meist)aufrecht meinen Weg gegangen.