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Transition Year

https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/das-irische-transition-year-ein-modell-auch-fuer-deutschland/

Das irische „Transition Year“ – ein Modell auch für Deutschland?

Ein ganzes Schuljahr lang ohne Notendruck eigene Interessen erkunden, Praktika absolvieren und sich um die wahren Probleme der Menschheit kümmern – was für Oberstufenschülerinnen und -schüler in Deutschland wie eine Utopie klingt, ist in Irland Wirklichkeit. Im „Transition Year“, einer Art Orientierungsjahr, können die Jugendlichen zwischen Mittelstufe und Oberstufe den vorgegebenen Bildungsplan für ein Schuljahr unterbrechen und sich voll und ganz ihrer Persönlichkeitsentwicklung widmen. Wie das funktioniert und welche Wirkung ein solches „Transition Year“ hat, beschreiben die Bildungsforscherinnen Anne Sliwka und Lea Deinhardt in ihrem Gastbeitrag für das Schulportal.

Anne Sliwka und Lea Deinhardt
09. Juni 2021

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Reizwort: Underachiever

„Ihre Tochter ist faul, arrogant und aufmüpfig, sie will sich einfach nicht am Unterricht beteiligen. Sie ist für unser Gymnasium nicht geeignet. Sie brauchen auch nicht zu versuchen Kontakt zum Schulpsychologen aufzunehmen. Meine Kinder sind auch Scheidungskinder und haben alle einen Studienabschluss. Kinder versuchen gerne, die Trennung der Eltern als Ausrede für schlechte Leistungen zu benutzen. Hören sie nicht darauf.“ Die Worte waren damals an meine Mutter gerichtet und klingen noch heute wie Donnerhall in meinem Kopf. Zu diesem Zeitpunkt drohte mir das dritte „Sitzenbleiben“ (10. Klasse) und damit der Rauswurf aus der ungeliebten Schule. Das zweite Halbjahr war ich ohnehin nur sporadisch anwesend, nach meiner Volljährigkeit im April konnte ich mir die Entschuldigungen selber schreiben. Das Abgangszeugnis war entsprechend mies, nur mein Klassenlehrer meinte, mir aus Mitleid eine drei in Deutsch geben und eine Stellungnahme dazu verfassen zu müssen. In der stand, dass ich eine durchaus intelligente Schülerin mit wenig Struktur und Ehrgeiz gewesen sei. Tatsache ist, dass ich spätestens ab der 5. Klasse die Laufbahn als Underachiever eingeschlagen habe, unter anderem weil ich nie gelernt habe zu lernen. Es fiel mir halt alles leicht und ich dümpelte mit guten, aber nicht sehr guten Leistungen durch die auf drei Jahre verkürzte Grundschulzeit. Der Übertritt in die 5. Klasse gestaltete sich schon sehr schwierig, in der 6. Klasse blieb ich zum ersten mal sitzen. Der geneigte Leser kann nun einwenden, dass man ja hätte erkennen müssen, wie der Hase läuft. Dazu muss ich sagen, dass wir von den späten 1960er Jahren reden und man damals entweder faul, dumm oder aufsässig war oder alles zusammen, wenn das mit der Schule nicht so hingehauen hat. Doch nun zurück in das Jahr 2021.

Underachiever (Minderleister) nennen wir die Schüler*innen, die eine deutlich niedrigere schulische Leistung zeigen, als nach der gemessenen intellektuellen Begabung zu erwarten ist.

In diesem Beitrag beziehe ich mich speziell auf den hochbegabten oder überdurchschnittlich begabten Minderleister. In einem späteren Artikel widme ich mich dem Underachiever mit ADHS.

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Reizwort: Underachiever Teil 2

Wie kann man vorbeugend handeln?

Um Underachievement bei einem hochbegabten Kind vorzubeugen, sollten Eltern und Lehrkräfte Beurteilungsfehler im Hochbegabtenbereich vermeiden, d.h. eine Hochbegabung und mit ihr einhergehend eine mögliche Unterforderung erkennen und durch ein Testverfahren bestätigen oder ausschließen lassen. Zudem sollte auch begabten Schüler*innen ein individualisierter Unterricht und zusätzliche Förderung angeboten werden. Dazu gehört auch das Einüben von Lern- und Arbeitstechniken.

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Reizwort: Hochbegabung

Man muss wissen: Hochbegabung ist die Disposition für herausragende Leistungen und nicht die Hochleistung selber.

Demnach sind sehr gute, fleißige Schüler*innen nicht zwangsläufig hochbegabt und schlechte nicht zwangsläufig „dumm“. Eine Hochbegabung setzt sich zusammen aus sehr guter Motivation, Kreativität und überdurchschnittlichen Fähigkeiten auf einem oder mehreren Gebieten. Sie kann nur unter bestimmten Umständen zu Höchstleistungen führen. Familie, Kindergärten, Schulen müssen Bedingungen schaffen, in denen besonders begabte Kinder und Jugendliche sich ihrer Begabung entsprechend entwickeln können. Es sind also meist weit überdurchschnittliche Fähigkeiten und Interessen, die hochbegabte Kinder kennzeichnen, wobei sie Gleichaltrigen auf Gebieten, wie den logisch-mathematischen, den sprachlichen, den musikalischen, den bildnerisch-künstlerischen, den sportlichen oder den sozialen Bereichen deutlich voraus sind. (Stangl, 2021).

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Fokus oder Fokusse? ;-) – Heute ist Montag

Das war wieder mal so eine Woche, in der ich nichts wirklich auf die Reihe bekommen habe. Mein großes Problem ist, dass ich zu viele verschieden Interessen und Vorhaben nicht strukturieren kann. Da nützen mir Pläne und Konzepte wenig, wenn ich sie nicht einhalte. Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel:

Im Rahmen meines Fernstudiums beschäftige ich mich momentan mit dem Thema „Lernmethoden“. Über die Theorie hinaus probiere ich alle Methoden selbst aus. Das ist schön und gut, stresst mich aber total, weil ich dazu neige schnell einen Hyperfokus zu entwickeln, der stark davon abhängt, wie sehr mich etwas interessiert. Ist ja normalerweise nichts Schlimmes, aber ich habe das „Talent“, gleichzeitig mehrere Themen in meinen Hyperfokus zu nehmen. Aktuell sind dies u.a. das Zeichnen von „Mindmaps“ und „Sketchnotes“, das gehirngerechte Lernen nach Vera F. Birkenbihl (dieser genialen Frau möchte ich demnächst einen gesonderten Beitrag widmen).

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Mindmaps als Lernwerkzeug?

Seit längerer Zeit steht mir der Sinn mal wieder nach Schreiben. Viel Zeit habe ich in den letzten Wochen damit verbracht, für mein Fernstudium zu lernen. Nein, es ist kein Bachelor- oder Masterstudium an einer Fernuni, sondern eine Ausbildung zum Lerncoach. Ich finde den Begriff Studium trotzdem treffend, weil ich mich sehr intensiv mit den Lerninhalten beschäftige und mir zusätzlich wissenschaftliche Grundlagen erarbeite z.B. Entwicklungs- und pädagogische Psychologie. Ich muss gestehen, dass ich da schon das eine oder andere Mal an meine Grenzen komme.

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Lernplan, Bullet Journal und die Hitze

Ohne Lernplan geht bei mir nix

Wie ihr wisst, habe ich im Mai ein Fernstudium begonnen. Nach anfänglichem Chaos habe ich mir die letzten Wochen immer einen Lernplan nach folgendem Schema erstellt:

  1. Ich überschlage, wie viele Seiten ich lesen muss und teile diese Zahl durch 6 Seiten pro Stunde (ergibt sich aus der Annahme, dass ich 10 Minuten brauche, um eine Seite zu lesen) und haue noch was drauf, das heißt ich runde auf (ich nenne das Altersbonus). Diese Zahl verdoppele ich weil ich mir handschriftlich Notizen dazu mache und evtl. noch zusätzlich recherchiere. Daraus ergibt sich die Zeit, die ich pro Kapitel aufwenden muss.
  2. Nach dieser Formel plane ich meine Arbeitstage – meistens 3 á 3 Stunden. In meinen digitalen Terminkalender trage ich alles ein.
  3. Nach der Phase „Lesen und handschriftlich festhalten“ kommt die Phase „Wiederholung, Vertiefen“ mit etwa einer Einheit (3 Stunden).
  4. Daran schließt die Phase „Vorbereitung der Einsendeaufgabe“ an. Hier merke ich oft, dass ich nicht alles abgespeichert habe. Die „Vorbereitungsphase“ kann also durchaus etwas länger dauern, ich rechne immer mit ca. 2 Einheiten (2×3 Stunden an 2 Tagen).
  5. Danach schreibe ich die Einsendeaufgabe vor (1 Einheit) und bearbeite alles nochmal ins Reine (1 Einheit).
  6. Jetzt vollende ich die Einsendeaufgabe und schicke sie weg.
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Schule in drei Generationen

Inspiriert von einigen aufschlussreichen Blog-Beiträgen und Artikeln möchte ich heute meinen Blick zurück in meine Schulzeit richten. Ich habe mich gefragt, was hat sich geändert, was ist besser geworden, was schlechter. Wie gesagt, ich bin inspiriert, mich an einige Details zu erinnern. Achtung, Oma erzählt von früher.

Nein, früher war nicht alles besser. Im Gegenteil, es gibt einige grundsätzliche Gemeinsamkeiten, wenn ich meine Schulzeit mit der meines Sohnes und der heutigen Situation an den Schulen vergleiche. Drei Generationen, dreimal das Problem Lehrermangel. Dreimal das Problem technische und räumliche Ausstattung der Schulen, dreimal mangelnder Mut, das Schulsystem nachhaltig zu reformieren.

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Läuft doch…

meistens, naja

Gemeint sind die Fortschritte in meinem Fernstudium zum “Lerncoach”. Ich bin immer noch total begeístert ob der vielseitigen Informationen über die Grundlagen unseres Denkens. Gehirnentwicklung, kognitive Entwicklung im Kindesalter – Themen die mich wirklich interessieren. Dennoch hat mein ADHS mich gut im Griff – heißt, dass ich schon das eine oder andere Problem habe, mir den Stoff auch zu merken. Dabei möchte ich gerne so viel Wissen aufnehmen und es auch abrufen und anwenden können. Mein Diskurs durch die Welt der Psychologie und Pädagogik ist auch eine Reise zu mir selbst.

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Frischer Wind

Ich glaube, ich hatte es einem vorherigen Artikel schon erwähnt, dass ich nicht sagen kann wie lange mich ein Thema fesselt und meine Fokussierung andauert. Das Thema „Kriegsenkel“ ist weiterhin interessant, aber es fasziniert mich nicht mehr so wie vor ein Paar Wochen. Bis gestern lagen noch alle Bücher und Notizen in meinem Sichtfeld auf dem Schreibtisch, jetzt räume ich sie weg. Nicht weil es mich nicht mehr interessieren würde oder ich das Thema nicht mehr für wichtig erachte. Es ist einfach so, dass ich im Moment keine Lust mehr auf Selbsttherapie habe und damit einhergehend auf die Beschäftigung mit der Vergangenheit.

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