Veröffentlicht in ADHS, Blog, Lernen geht immer

Fokus oder Fokusse? ;-) – Heute ist Montag

Das war wieder mal so eine Woche, in der ich nichts wirklich auf die Reihe bekommen habe. Mein großes Problem ist, dass ich zu viele verschieden Interessen und Vorhaben nicht strukturieren kann. Da nützen mir Pläne und Konzepte wenig, wenn ich sie nicht einhalte. Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel:

Im Rahmen meines Fernstudiums beschäftige ich mich momentan mit dem Thema „Lernmethoden“. Über die Theorie hinaus probiere ich alle Methoden selbst aus. Das ist schön und gut, stresst mich aber total, weil ich dazu neige schnell einen Hyperfokus zu entwickeln, der stark davon abhängt, wie sehr mich etwas interessiert. Ist ja normalerweise nichts Schlimmes, aber ich habe das „Talent“, gleichzeitig mehrere Themen in meinen Hyperfokus zu nehmen. Aktuell sind dies u.a. das Zeichnen von „Mindmaps“ und „Sketchnotes“, das gehirngerechte Lernen nach Vera F. Birkenbihl (dieser genialen Frau möchte ich demnächst einen gesonderten Beitrag widmen).

„Fokus oder Fokusse? 😉 – Heute ist Montag“ weiterlesen
Veröffentlicht in ADHS, Blog

Mein Leben mit ADHS – eine „Erfolgsstory“

Die positive Sicht auf das Leben muss man sich manchmal hart erkämpfen und vor Augen führen, was denn nun eigentlich gut gelaufen ist. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, mein Leben in ein positives Licht zu stellen – und wenn ich schreibe Mühe gemacht, dann meine ich das wortwörtlich. Hier meine persönliche “Erfolgsstory” ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ich war ein kleiner Sonnenschein.  
Alle Kinder wollten gerne mit mir spielen. 
Ich hatte immer tolle Ideen, was man denn spielen könnte. 
Ich konnte auch mit wenig Spielsachen lange und ausgiebig spielen, auch alleine. 
Ich habe viel geplappert und konnte lange Monologe halten. 
Ich war immer in Bewegung. 
Kleine Blessuren trug ich mit Würde. 
Ich weinte viel, lachte noch mehr. 
Ich hatte gute Manieren, die Erwachsenen mochten mich sehr. 
Ich hatte viele Ängste, aber ich konnte sie gut überspielen. 
Ich war oft traurig, habe aber alle zum Lachen gebracht. 
In der Grundschule war ich eine gute Schülerin. 
Ich sollte auf das Gymnasium, weil ich so ein aufgewecktes Mädel war. 
Ich war gut in der Schule und ging gerne hin - wenn mich etwas interessierte.
Die Lehrer mochten mich nicht alle. Ich war manches Mal vorlaut und unbequem, das finde ich gut. 
Ich bin zwar zweimal sitzen geblieben, aber habe es doch bis zur 10. Klasse geschafft. 
Ich bin eine klassische Schulabbrecherin und habe mir trotzdem das Thema Bildung auf die Agenda gesetzt.
Ich habe mich immer um Mama gekümmert, auch wenn sie ungerecht zu mir war. 
Schon als kleines Mädchen wusste ich, wann sie Ruhe brauchte und richtete mich danach. 
Ich bemühte mich immer, ihr zu gefallen. 
Ich habe meine Mama vor meinem Papa geschützt. 
Ich habe mich für Mama von Papa getrennt. 
Trotzdem ich viel Hausarrest hatte, viel es mir leicht Kontakte zu knüpfen. 
Ich wollte mit 19 vom Hochhaus springen - ich habe es nicht getan, weil am Horizont die Sonne aufging. 
Obwohl ich viel getrunken und geraucht habe, bin ich nie abgerutscht. 
Auch als ich mir die Zigaretten auf dem Arm ausgedrückt habe, war ich mir immer noch meiner selbst bewusst. 
Die Narben erinnern mich bis heute daran, nicht aufzugeben. 
Ich habe immer meine Selbstachtung behalten. 
Ich fand immer einen Grund, weiterzuleben. 
Mein Optimismus war stärker als die Angst und die Dunkelheit. 
Ich habe jeden Job bekommen, den ich wollte und den ich mir zugetraut habe. 
Ich habe später als andere eine Ausbildung gemacht und gut abgeschlossen. 
Ich konnte mich immer von Dingen und Menschen lösen, wenn sie mir nicht gut getan haben. 
Ich konnte meinen Wohnort jederzeit verlassen ohne darüber traurig zu sein. 
Ich habe ein Kind zur Welt gebracht und bin stolz darauf. 
Ich habe ein Haus gekauft. 
Ich habe einen Baum gepflanzt. 
Ich habe meine eigene Firma gegründet. 
Auch nachdem ich Haus und Firma verloren hatte, war ich immer noch optimistisch und habe ein neues Leben angefangen. 
Ich kann Malen und Zeichnen, Schreiben. 
Ich helfe anderen Menschen und setze mich für sie ein. 
Die Menschen mögen mich und verzeihen mir vieles. 
Ich bin mit mir selbst nachsichtiger geworden.
Ich habe alles gegeben, was ich konnte. 
Und viel dafür bekommen. 
Krankheit und Kummer konnten mich nicht brechen. 
Ich bin (meist)aufrecht meinen Weg gegangen.
Veröffentlicht in ADHS, Blog, Lernen geht immer

Mindmaps als Lernwerkzeug?

Seit längerer Zeit steht mir der Sinn mal wieder nach Schreiben. Viel Zeit habe ich in den letzten Wochen damit verbracht, für mein Fernstudium zu lernen. Nein, es ist kein Bachelor- oder Masterstudium an einer Fernuni, sondern eine Ausbildung zum Lerncoach. Ich finde den Begriff Studium trotzdem treffend, weil ich mich sehr intensiv mit den Lerninhalten beschäftige und mir zusätzlich wissenschaftliche Grundlagen erarbeite z.B. Entwicklungs- und pädagogische Psychologie. Ich muss gestehen, dass ich da schon das eine oder andere Mal an meine Grenzen komme.

„Mindmaps als Lernwerkzeug?“ weiterlesen
Veröffentlicht in ADHS, Blog, Lernen geht immer

Lernplan, Bullet Journal und die Hitze

Ohne Lernplan geht bei mir nix

Wie ihr wisst, habe ich im Mai ein Fernstudium begonnen. Nach anfänglichem Chaos habe ich mir die letzten Wochen immer einen Lernplan nach folgendem Schema erstellt:

  1. Ich überschlage, wie viele Seiten ich lesen muss und teile diese Zahl durch 6 Seiten pro Stunde (ergibt sich aus der Annahme, dass ich 10 Minuten brauche, um eine Seite zu lesen) und haue noch was drauf, das heißt ich runde auf (ich nenne das Altersbonus). Diese Zahl verdoppele ich weil ich mir handschriftlich Notizen dazu mache und evtl. noch zusätzlich recherchiere. Daraus ergibt sich die Zeit, die ich pro Kapitel aufwenden muss.
  2. Nach dieser Formel plane ich meine Arbeitstage – meistens 3 á 3 Stunden. In meinen digitalen Terminkalender trage ich alles ein.
  3. Nach der Phase „Lesen und handschriftlich festhalten“ kommt die Phase „Wiederholung, Vertiefen“ mit etwa einer Einheit (3 Stunden).
  4. Daran schließt die Phase „Vorbereitung der Einsendeaufgabe“ an. Hier merke ich oft, dass ich nicht alles abgespeichert habe. Die „Vorbereitungsphase“ kann also durchaus etwas länger dauern, ich rechne immer mit ca. 2 Einheiten (2×3 Stunden an 2 Tagen).
  5. Danach schreibe ich die Einsendeaufgabe vor (1 Einheit) und bearbeite alles nochmal ins Reine (1 Einheit).
  6. Jetzt vollende ich die Einsendeaufgabe und schicke sie weg.
„Lernplan, Bullet Journal und die Hitze“ weiterlesen
Veröffentlicht in ADHS, Blog

Erhöhtes Risiko für Covid-19 bei ADHS ?

In jungen Jahren gingen öfter mal die Gäule mit mir durch – meistens beim Autofahren oder in Bezug auf Krankheitsrisiken (Alkohol, Zigaretten, Infektionen). Überschießende Impulsivität und damit einhergehende Unfähigkeit der Risikoeinschätzung machten mich zu einem wandelnden Pulverfass und im Grunde auch zur Gefahr für mich und andere. Scheißegal, wenn ich mich anstecke. Scheißegal, wenn ich jetzt gegen einen Baum rase – in manchen Situationen war ich einfach nicht Herrin meiner Sinne.

„Erhöhtes Risiko für Covid-19 bei ADHS ?“ weiterlesen
Veröffentlicht in ADHS, Blog

Das Kind hat endlich einen Namen

Ich habe nun meine Diagnose offiziell und werde medikamentös eingestellt. Ich habe ADHS. Lass mich mal nachrechnen… 61 Jahre 3 Monate … eine Chronologie des Scheiterns und Wiederaufstehens, der schlechten und der guten Phasen, der Selbstzweifel bis fast zur totalen Aufgabe, des Kämpfens und der totalen Erschöpfung, der Fragen ohne Antworten, des unerschütterlichen Optimismus und der Depression, der Diagnosen und falschen Prognosen – es hat einen Namen und damit einen Status.

Bedeutet für mich erstmal Aufatmen, Freude, Versöhnung. Versöhnung mit meiner Vergangenheit, meinem Lebensweg, der kurviger nicht sein könnte. Ich hätte es nicht besser gekonnt. Das ist nun amtlich. Ich konnte nichts dafür. Ich weiß jetzt, dass ich unsere Chaos-Familie (mein Sohn hat auch ADHS) nicht besser hätte managen können. Ich weiß jetzt, dass ich meine Schullaufbahn nicht besser hätte abschließen können.

Ich war nicht faul und schlampig, Mama.

Veröffentlicht in ADHS, Blog, Lernen geht immer

Läuft doch…

meistens, naja

Gemeint sind die Fortschritte in meinem Fernstudium zum “Lerncoach”. Ich bin immer noch total begeístert ob der vielseitigen Informationen über die Grundlagen unseres Denkens. Gehirnentwicklung, kognitive Entwicklung im Kindesalter – Themen die mich wirklich interessieren. Dennoch hat mein ADHS mich gut im Griff – heißt, dass ich schon das eine oder andere Problem habe, mir den Stoff auch zu merken. Dabei möchte ich gerne so viel Wissen aufnehmen und es auch abrufen und anwenden können. Mein Diskurs durch die Welt der Psychologie und Pädagogik ist auch eine Reise zu mir selbst.

„Läuft doch…“ weiterlesen