„Gedanken, unsortiert zu allem bereit“

Ein Blogger namens Kevin hat mich mit seinen Beiträgen „Mit den Augen eines Kindes“ sehr beeindruckt, berührt und inspiriert, so dass ich nach frühen Aufzeichnungen von mir zu suchen begann – und ich bin tatsächlich fündig geworden.

Ok, die literarischen Ergüsse sind nicht aus meiner Kindheit, aber aus zwei Dekaden meines Lebens – die Teenager- und Jugendjahre bzw. aus meiner Zeit als ganz junge Mutter – 1975-1995. Erstaunlich finde ich, dass die Texte so gut widerspiegeln, dass ich ein klassischer Underachiever war und bin, auch wenn ich es damals nicht wirklich wusste, sondern nur ahnte.

Ich möchte die alten Textfragmente hier nach und nach einstellen und jetzt frage ich mich, in welche meiner Rubriken ich diese einordnen soll. Mein erster Impuls war die „Restetonne“, da es sich ja im weitesten Sinne um „Übriggebliebenes“ handelt. Der zweite Gedanke war- das klingt doch stark nach „Müll“ bzw. „Entsorgung“ – und das wird meinen Gedanken aus früherer Zeit keinesfalls gerecht. Jetzt möchte ich, nachdem ich o.g. Blogger schon die Idee geklaut habe, nicht auch noch den Titel übernehmen (passt auch nicht wirklich), doch hätte dieses neue Projekt durchaus eine neue Rubrik verdient. Während ich diesbezüglich in mich gehe, schreibe ich vorerst mal in der „Restetonne“.


Zur Einstimmung beginne ich mit zwei Gedichten, die ich mit 16 Jahren verfasst habe.

Es war eine Zeit, in der ich überwiegend Hausarrest hatte, somit nach der Schule sozial mehr oder weniger isoliert war und unter Depressionen litt. In dieser Zeit lernte ich, zu lügen und eine Maske zu tragen.

1975

flut von gedanken

Gedanken, unsortiert zu allem bereit,
ideen, unreal zu unpassender zeit,
inspiration, ohne talent zum tun,
nachdenken, ohne zu ruh´n.

Trotz scheinbar sinnlosem grübeln,
kann es mir niemand verübeln,
denn ich behaupte ganz optimistisch,
es war nicht umsonst, sondern wichtig.
tod
Ich sterbe jeden tag meinen tod,
um wieder neu zu erwachen.

Ich wache immer wieder auf,
um dann doch zu sterben.

0 thoughts

  1. Ich danke dir für die lieben Worte. Übrigens sehe ich es keineswegs so, dass du mir irgendetwas geklaut hättest, ist doch schön, wenn man sich gegenseitig inspiriert. 🙂
    Davon abgesehen haben deine früheren Texte einen ganz anderen Charakter als meine Kindergeschichten. Das ist doch ein bisschen weniger unbeschwert … aber ohne Frage sehr interessant.

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