Veröffentlicht in Blog, Restetonne

Reizwort: Grundeinkommen

Ist die soziale Spaltung nur ein Problem der Armen? Nein, alle würden profitieren, wenn wir die Ungleichheit überwinden, sagt Michael Bohmeyer. Aber wie? Das Grundeinkommen könnte die Sicherheitsnadel sein, die unsere auseinanderdriftende Gesellschaft zusammenhält.

Warum ist die soziale Spaltung zwischen arm und reich eigentlich ein Problem? Wenn die Wirtschaft wächst, verdienen zwar die Reichen relativ gesehen mehr als die Armen – aber trotzdem haben doch alle mehr als vorher. Und mehr ist doch besser, oder? Nicht ganz.

Ob sich die Lebensqualität in einem reichen Industrieland wie Deutschland verbessert, hängt nicht direkt von der Wirtschaftsleistung ab, sondern von der Frage, wie ungleich die Einkommen innerhalb des Landes verteilt sind.

Menschen, die in Ländern mit großer Ungleichheit leben, haben im Durchschnitt eine schlechtere Bildung, erleben mehr Gewalt, sitzen wahrscheinlicher im Gefängnis, sind fettleibiger und eher alkoholabhängig, haben weniger Aufstiegschancen, mehr psychische Krankheiten, weniger Vertrauen und sogar eine kürzere Lebenserwartung als Menschen, die in Ländern mit geringer Ungleichheit leben.

https://www.mein-grundeinkommen.de/magazin/grundeinkommen-loesung-soziale-spaltung?name=nl-dasthema-210520&action=cta1

Veröffentlicht in Blog, Lernen geht immer

Reizwort: Underachiever

„Ihre Tochter ist faul, arrogant und aufmüpfig, sie will sich einfach nicht am Unterricht beteiligen. Sie ist für unser Gymnasium nicht geeignet. Sie brauchen auch nicht zu versuchen Kontakt zum Schulpsychologen aufzunehmen. Meine Kinder sind auch Scheidungskinder und haben alle einen Studienabschluss. Kinder versuchen gerne, die Trennung der Eltern als Ausrede für schlechte Leistungen zu benutzen. Hören sie nicht darauf.“ Die Worte waren damals an meine Mutter gerichtet und klingen noch heute wie Donnerhall in meinem Kopf. Zu diesem Zeitpunkt drohte mir das dritte „Sitzenbleiben“ (10. Klasse) und damit der Rauswurf aus der ungeliebten Schule. Das zweite Halbjahr war ich ohnehin nur sporadisch anwesend, nach meiner Volljährigkeit im April konnte ich mir die Entschuldigungen selber schreiben. Das Abgangszeugnis war entsprechend mies, nur mein Klassenlehrer meinte, mir aus Mitleid eine drei in Deutsch geben und eine Stellungnahme dazu verfassen zu müssen. In der stand, dass ich eine durchaus intelligente Schülerin mit wenig Struktur und Ehrgeiz gewesen sei. Tatsache ist, dass ich spätestens ab der 5. Klasse die Laufbahn als Underachiever eingeschlagen habe, unter anderem weil ich nie gelernt habe zu lernen. Es fiel mir halt alles leicht und ich dümpelte mit guten, aber nicht sehr guten Leistungen durch die auf drei Jahre verkürzte Grundschulzeit. Der Übertritt in die 5. Klasse gestaltete sich schon sehr schwierig, in der 6. Klasse blieb ich zum ersten mal sitzen. Der geneigte Leser kann nun einwenden, dass man ja hätte erkennen müssen, wie der Hase läuft. Dazu muss ich sagen, dass wir von den späten 1960er Jahren reden und man damals entweder faul, dumm oder aufsässig war oder alles zusammen, wenn das mit der Schule nicht so hingehauen hat. Doch nun zurück in das Jahr 2021.

Underachiever (Minderleister) nennen wir die Schüler*innen, die eine deutlich niedrigere schulische Leistung zeigen, als nach der gemessenen intellektuellen Begabung zu erwarten ist.

In diesem Beitrag beziehe ich mich speziell auf den hochbegabten oder überdurchschnittlich begabten Minderleister. In einem späteren Artikel widme ich mich dem Underachiever mit ADHS.

„Reizwort: Underachiever“ weiterlesen
Veröffentlicht in Blog, Lernen geht immer

Reizwort: Underachiever Teil 2

Wie kann man vorbeugend handeln?

Um Underachievement bei einem hochbegabten Kind vorzubeugen, sollten Eltern und Lehrkräfte Beurteilungsfehler im Hochbegabtenbereich vermeiden, d.h. eine Hochbegabung und mit ihr einhergehend eine mögliche Unterforderung erkennen und durch ein Testverfahren bestätigen oder ausschließen lassen. Zudem sollte auch begabten Schüler*innen ein individualisierter Unterricht und zusätzliche Förderung angeboten werden. Dazu gehört auch das Einüben von Lern- und Arbeitstechniken.

„Reizwort: Underachiever Teil 2“ weiterlesen
Veröffentlicht in Blog, Lernen geht immer

Reizwort: Hochbegabung

Man muss wissen: Hochbegabung ist die Disposition für herausragende Leistungen und nicht die Hochleistung selber.

Demnach sind sehr gute, fleißige Schüler*innen nicht zwangsläufig hochbegabt und schlechte nicht zwangsläufig „dumm“. Eine Hochbegabung setzt sich zusammen aus sehr guter Motivation, Kreativität und überdurchschnittlichen Fähigkeiten auf einem oder mehreren Gebieten. Sie kann nur unter bestimmten Umständen zu Höchstleistungen führen. Familie, Kindergärten, Schulen müssen Bedingungen schaffen, in denen besonders begabte Kinder und Jugendliche sich ihrer Begabung entsprechend entwickeln können. Es sind also meist weit überdurchschnittliche Fähigkeiten und Interessen, die hochbegabte Kinder kennzeichnen, wobei sie Gleichaltrigen auf Gebieten, wie den logisch-mathematischen, den sprachlichen, den musikalischen, den bildnerisch-künstlerischen, den sportlichen oder den sozialen Bereichen deutlich voraus sind. (Stangl, 2021).

„Reizwort: Hochbegabung“ weiterlesen