Das war wieder mal so eine Woche, in der ich nichts wirklich auf die Reihe bekommen habe. Mein großes Problem ist, dass ich zu viele verschieden Interessen und Vorhaben nicht strukturieren kann. Da nützen mir Pläne und Konzepte wenig, wenn ich sie nicht einhalte. Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel:

Im Rahmen meines Fernstudiums beschäftige ich mich momentan mit dem Thema „Lernmethoden“. Über die Theorie hinaus probiere ich alle Methoden selbst aus. Das ist schön und gut, stresst mich aber total, weil ich dazu neige schnell einen Hyperfokus zu entwickeln, der stark davon abhängt, wie sehr mich etwas interessiert. Ist ja normalerweise nichts Schlimmes, aber ich habe das „Talent“, gleichzeitig mehrere Themen in meinen Hyperfokus zu nehmen. Aktuell sind dies u.a. das Zeichnen von „Mindmaps“ und „Sketchnotes“, das gehirngerechte Lernen nach Vera F. Birkenbihl (dieser genialen Frau möchte ich demnächst einen gesonderten Beitrag widmen).

Ich ziehe mir unendlich viele Videos rein, lese, zeichne, übe, informiere mich über Bücher, versuche diese auch alle zu lesen. Schnell habe ich gemerkt, dass nicht alle Lernmethoden für mein Gehirn geeignet sind, wohl aus diesem Grund favorisiere ich die spielerisch-kreativen. Ich kann stundenlang nach den richtigen Stiften „forschen“ oder darüber welche Methoden wer wann warum propagiert hat oder ablehnt. Welches Papier, punktkariert oder blanco, welche Bücher kaufen oder nicht, analog zeichnen oder doch lieber digital – und wenn, mit welcher Software….? Dies alles zu recherchieren lenkt mich vom Wesentlichen ab, macht mir aber große Freude. Ok, gehirngerecht lernen heißt mit Spaß lernen. Da hat ja mein Neuronennetz zur Zeit eine Menge Spaß und kann sich ungehindert verstärken. Mich darauf zu verlassen, fehlt mir allein der Glaube.

Ich habe gleichzeitig versucht, eine gute Einsendeaufgabe zu schreiben, alle Mails zu beantworten, ein Auto zu kaufen. Alleine für den Kauf unseres Autos habe ich mich drei Tage ausschließlich mit der Technik, Ausstattung und den Kosten etlicher Modelle beschäftigt. Seit Wochen brennen mir Themen unter den Fingern, die ich hier im Blog bearbeiten möchte und die diesbezügliche Liste wird immer Länger. In einer stillen Stunde habe ich begonnen die Familiengeschichte zu recherchieren und rekonstruieren mit dem Ziel, diese stellvertretend für meine Mutter aufzuschreiben. So geht es mir mit allen Ideen – setze ich sie nicht sofort um, schmoren sie im Unbewussten und nerven mich.

Ich mache alles exzessiv. Ich bin total unstrukturiert

Das macht mich schlecht gelaunt. Ich komme nicht zum Ziel, weil ich alles gleichzeitig machen möchte. Mir hilft z.B. ein Lernplan überhaupt nicht, weil immer etwas dazwischen kommt. Genaue Zeitpläne halte ich nicht ein, weil ich sofort umswitche, wenn mir etwas anderes wichtiger erscheint. Dazu kommt das schlechte Gewissen, weil ich ja alles richtig gut machen möchte und mir so vieles in meinen Augen nicht wirklich gelingt. Die große Frage, die sich mir stellt ist:

Wie soll ich jemals als Lerncoach tätig sein, wenn ich selbst einen bräuchte?

Nein, ich bin nicht zehn Jahre alt. Fühle mich aber so. Und total gestört. Wir holen nachher das neue Auto ab. Ich sehe mich schon mit der Gebrauchsanweisung im Wagen sitzen. Ach, ich könnte sie mir ja schnell mal online runterladen und einen Blick hineinwerfen und dazu eine Sketchnote entwerfen oder für die wichtigsten Bedienelemente eine Mindmap erstellen. Welche Stifte soll ich dazu nehmen? Verrückt, gell?

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