Mindmaps als Lernwerkzeug?

Seit längerer Zeit steht mir der Sinn mal wieder nach Schreiben. Viel Zeit habe ich in den letzten Wochen damit verbracht, für mein Fernstudium zu lernen. Nein, es ist kein Bachelor- oder Masterstudium an einer Fernuni, sondern eine Ausbildung zum Lerncoach. Ich finde den Begriff Studium trotzdem treffend, weil ich mich sehr intensiv mit den Lerninhalten beschäftige und mir zusätzlich wissenschaftliche Grundlagen erarbeite z.B. Entwicklungs- und pädagogische Psychologie. Ich muss gestehen, dass ich da schon das eine oder andere Mal an meine Grenzen komme.

Der wirre Kopf braucht Lernstrategien, die passen

Wie du weißt, habe ich ADHS und bin nun auch nicht mehr so taufrisch in der Birne. Ich habe allerhand Strategien ausprobiert, mir den Lernstoff zu erschließen und möglichst auch im Kopf zu behalten und bin im Grunde immer noch auf der Suche. Nachdem ich schon mal einigermaßen Struktur in meinen Alltag gebracht habe (ok, Medis helfen mir dabei), indem ich mir Lernpläne erstelle und meine Leidenschaft für das Bullet-Journal entdeckt habe – an dieser Stelle möchte ich auf meinen letzten Artikel verweisen: https://kolorilo.com/2020/08/13/lernplan-bullet-journal-und-die-hitze/ – , erzähle ich dir heute etwas über meine neueste Leidenschaft: Mindmaps.

„Eine Mindmap beschreibt eine von Tony Buzan geprägte kognitive Technik, die man z.B. zum Erschließen und visuellen Darstellen eines Themengebietes, zum Planen oder für Mitschriften nutzen kann.“  Quelle: Wikipedia.

Klar habe ich schon früher mal was davon gehört und bin in einigen Fortbildungen während meiner Berufstätigkeit des öfteren damit konfrontiert worden, doch habe ich erst jetzt diese Methode für mich entdeckt.

Nicht alles so eng sehen

Ich bevorzuge die intuitive Erstellung von Mindmaps und gehe da nicht stur nach der vorgeschriebenen Methode vor. Beispielsweise lese ich ein Kapitel des Lehrtextes und erstelle mir anschließend eine Art Baumdiagramm, wobei ich ein Schlüsselwort in die Mitte setze und abzweigend meine Gedanken und das Gelesene stichwortartig in „Wolken“ packe, farbige Akzente setze und mit Verbindungslinien mir die Zusammenhänge verdeutliche. Ich nutze damit die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, in Kategorien zu denken und zu assozieren. Ich setze die einzelnen Aspekte in Kontext zueinander und erkenne dadurch, ob ich was kapiert habe oder ob ich da noch mal nachlesen muss. Hier ein Beispiel:

Ich lese einen Textabschnitt über „das Pädagogische Missverständnis“ und meine Mindmap, die ich zuerst handschriftlich erstelle, sieht ungefähr so aus:

Beispiel

Das Spielkind braucht Anregung

So eine grafische Darstellung hat den Vorteil, dass sie mir Abwechslung zum öden Text bietet und ich somit nicht so schnell ermüde. Da ich ein „Spielkind“ bin und gerne neue Software ausprobiere, habe ich mir gleich mal ein kostenloses Tool heruntergeladen (da ich hier nicht kommerziell unterwegs bin und für bestimmte Hersteller Werbung machen möchte, verweise ich auf Wikipedia, wo die gängige Mindmap-Software aufgeführt ist).

Die damit erstellten Mindmaps drucke, sammle und katalogisiere ich, um jederzeit auf den Lernstoff zugreifen zu können. Mit einem Blick kann ich mir dann die Inhalte wieder ins Gedächtnis rufen. Dabei hilft mir persönlich die Papierform, weil einfach und schnell zur Hand. Mein Ziel ist es, am Ende des Lehrgangs alle wichtigen Grundlagen als schematische Darstellungen parat zu haben, um schnell mal nachzuschauen und nicht in langen Texten rumsuchen zu müssen. Anmerkung: Wenn ich Comics zeichnen könnte, würde ich manchen Lerninhalt in Comicform festhalten. Vielleicht ist das für dich eine gute Idee? 😉

Beispiel für eine am PC erstellte Mindmap

Toll ist auch, dass man eine Art Brainstorming damit machen kann, z.B wenn man einen Text zu einem Thema schreiben möchte. Ich setze dann ein Stichwort/Thema in die Mitte und schreibe in Baumform meine Assoziationen dazu. Fertig ist ein Konzept, das z.B. als Grundlage für Texte oder auch zur Entscheidungsfindung dienen kann.

Wenn man möchte, kann man das Ganze auch mit Fotos, Skizzen etc. anreichern, das bringt Spaß und Abwechslung und bietet dem Gehirn eine zusätzliche Möglichkeit, über visuelle Reize Lerninhalte abzuspeichern.

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